— 323—
mir, ſcheint es keiner zu wiſſen; unter uns lebt ein Mann, der uns zum Sieg, zur Rache, zu Reichthum und Größe verhelfen kann, wenn wir ihn gut leiten, und zu unſern Zwecken gebrauchen, ja durch den wir die gebietenden Herrn dieſes Landes werden können, deſſen Knechte wir jetzt ſind.“ „Und wer wäre dieſer Wundermann?“ fragte Joſeph erſtaunt. „Wer anders, als Euer Bruder Sabbathai?“ „Sabbathai?!“ riefen beide Brüder überraſcht. „Er und kein Andrer! Hört mich ruhig weiter an.— Seine hohe Gelehrſamkeit erleidet keinen Zweifel; ſeine Lehren haben nicht nur in Smyrna, ſondern bereits in ganz Natolien, Karamanien und Syrien Aufſehen gemacht; ja, man ſpricht, wie ich aus ſichern Nachrichten weiß, in Griechenland und Paläſtina davon. Euch iſt ferner nicht minder bekannt, als mir, daß ſich ſeit einiger Zeit unter Sabbathais Schülern der Glaube verbreitet hat, er ſei der Meſſias, obgleich es noch Niemand laut zu ſagen wagt und auch Keiner anzugeben weiß, ob er der Sohn Joſephs oder Davids ſein ſoll. Laßt uns aber dieſes nicht kümmern. Genug für uns, daß 21*


