Teil eines Werkes 
3. Theil (1856)
Entstehung
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Kriegsgöttin oder dem Genius Irlands. Doch Lewis O'Donnel, von Wuth und Begeiſterung zu weit in das Kampfgewühl hingeriſſen, war plötzlich von Fein⸗ den umringt, ſein Leben und die Fahne in der größ⸗ ten Gefahr; da blitzte Sally's Säbel wie das Schwert eines Cherub auf die ſchon jubelnden Engländer herab. Jren! rief ſie.Hierher! Mir nach! Und nach wenigen Minuten verzweifelten Kampfes war Lewis ge⸗ rettet, Sally aber in den Arm, womit ſie den ver⸗ ehrten Mann losgekämpft, ſchwer verwundet. Die Waffe entſank der Hand. Schrecklicher wurde das Ge⸗ metzel, und noch einmal wich der Feind vor dem mör⸗ deriſchen Ausfall dieſer auserleſenen heiligen Schaar, die nur noch um einen ehrenvollen Tod kämpfte, zu⸗ rück. Doch nur eine kurze Zeit hatte O'Donnel noch die Freude, ſeine Waffen triumphiren zu ſehen. Eine Abtheilung ſchwerer Reiter ſprengte auf dem ihr ge⸗ öffneten Wege gerade auf den Haupteingang des Par⸗ kes los.

Erſchöpft war das geſchmolzene Häuflein nahe am Thore angekommen, als es unter dem Schutze eini⸗ ger kühnen Jäger Front gegen die Feinde machte. Keiner von den Seinigen, in deſſen Bruſt noch ein Fünkchen von Leben glimmte, ſo war ja der Wille des edlen Patrioten, ſollte der Barbarei des Feindes überlaſſen bleiben.

Mit der äußerſten Anſtrengung, mit der Wuth der Verzweiflung gelang es, den Feind ſo lange abzuweh⸗ ren, bis Alle herein waren. Nur Sterbende geriethen in die Hände der Engländer, als Lewis O Donnel, der letzte Mann, der mit dem durch Sally geretteten Paniere unter das hohe Thorgewölbe trat, die eiſer⸗ nen Flügel klirrend in's Schloß warf und den Schlüſ⸗ ſel deſſelben in den Burggraben ſchleuderte.