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Schmerzen zu ſtillen, ſie zu warten und zu pflegen. Dazu fühl' ich noch Kraft und Beruf.“
„Du warſt ja ſtets der wohlthätige, ſchmerzenlin⸗ dernde Engel des Volks,“ verſetzte Lewis, ſie auf die Stirne küſſend.„Bleibe Deinem ſchönen Berufe treu! Und nun laßt uns gehen!“
„Ohne Sally? Nimmer! Sie kann ich nicht verlaſſen. Und doch möchte ich ihren Schlaf nicht ſtören.“
„Laß uns zuſehen, vielleicht iſt ſie erwacht.“
Sie gingen nach dem Schlafzimmer.
Ruhig ſchlummernd lag die Arme; in ihren Zü⸗ gen ſpielte ein holdes Lächeln mit den Locken, die auf⸗ gelöst ihr über Schläfe und Nacken hingen. Das ſchöne bleiche Geſicht hatte den ſeligen Ausdruck höch⸗ ſter Befriedigung. Stumm ſtanden die vier Menſchen umher, die einen ſo mächtigen Einfluß auf ihr Schick⸗ ſal ausgeübt, und betrachteten die holde Schläferin mit wehmüthigen Gefühlen. In Peppy's Herzen regte ſich etwas, wie Reue; in Eliſabeths Augen erglänz⸗ ten Thränen, und Lewis ſprach leiſe:„Es wäre grauſam, Deinen Schlummer zu ſtören. Schlafe, ar⸗ mes, gemißhandeltes, für fremde Schuld ſo ſchwer vüßendes Herz! Hoffen wir, daß ein gütiger Gott ihr im Schlafe Erſatz gebe für die ſchuldlos erdulde⸗ ten Leiden! Schlafe aus, Du müdes, jammermüdes Kind!“
Der Pater O'Kelly breitete ſeine dürre zitternde Hand über die Schlafende und ſegnete ſie; dann legte er auch die Hand auf O'Donnels und Eliſabeths Häupter. Es war ein ernſter heiliger Anblick, und ein ſtummes Gebet keimte in allen Herzen. Lewis küßte die ſtill weinende Eliſabeth, bat ſie, mit der er⸗ wachten Sally nachzueilen, warf ſich auf das Pferd


