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ſchenke, faſt mehr als mir lieb war. Der Herr hatte ihren Schoß wieder geſegnet und ſie hatte großes Ver⸗ trauen zu meiner Hülfe. So geſchah es denn, wie ich befürchtete, daß ſie in meinem Hauſe von ihrer Entbindung überraſcht wurde. Sie ſchenkte einem Töchterlein das Lebenslicht; das warſt Du, ſüßer Lieb⸗ ling meines Herzens. Nun geſchah es, daß einige Tage darauf die Lady auf Bridgehall ihrem Gemahl auch ein Töchterchen brachte, aber noch ſelbigen Tages des Todes verblich. Man ſuchte ſchnell nach einer Amme für die Tochter des Lords; die Dienerſchaft hatte von Nelly's Niederkunft gehört, ich war damals als eine geſchickte und erfahrene Frau ſchon bekannt, und ſo wurde das Kindlein in die Heideſchenke ge⸗ bracht und meiner und Nelly's Pflege übergeben, bis man eine eigne Amme gefunden haben würde. Der Lord hatte in der Beſtürzung über den Tod ſeiner Gemahlin ſeine Zuſtimmung gegeben, ohne zu fragen. Kaum hatten wir das vornehme Kind ein paar Stun⸗ den, als faſt zu gleicher Zeit ein böſer Gedanke in uns aufſchoß. Ich hatte die Gelegenheit zur Rache in der Hand; ich vermochte ſie nicht zurückzuweiſen; denn die Rache iſt dem Irländer in's Herz gewachſen. Ich und Nelly theilten einander unſre Gedanken mit. Sie ſah darin einen Fingerzeig Gottes, ihr Kind in den Beſitz der Güter zu bringen, die ihm, ihrer Anſicht nach, von Gottes und Rechts wegen eigentlich gehör⸗ ten, und ihm die Lebensfreuden zu verſchaffen, auf welche es als eine ONeil die gegründetſten Anſprüche habe, Kildare's Kind aber in Noth und Elend zu brin⸗ gen. Ich zitterte vor Freuden, die eheliche Tochter meines Verführers eben ſo ärmlich und verſtoßen auf⸗ wachſen zu ſehen, wie mein uneheliches Kind, oder es auch untergehen zu ſehen. Der Gedanke, einſt vor


