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Freund umarmend.„Das Uebermaß Eurer Liebe be⸗ ſchämt mich. Doch der Becher meiner Freude wird mir durch Schrecken vergällt. Ja, es iſt ſchrecklich, daß abermals Blut fließt, daß die Straßen der iriſchen Hauptſtadt roth gefärbt werden vom hingeronnenen Leben ihrer edelſten Kinder. O, und der Gedanke, daß dieſes Blut vielleicht gar um mich, den Einzelnen, vergoſſen wird, könnte mich zur Verzweiflung bringen!“
„Blut, mein guter Lewis,“ ſagte Howard,„iſt ſeit Jahrhunderten in Irland die Loſung. Nie konnte ein gutes Werk als grüner Baum aufwachſen, blühen und Früchte tragen, das zarte Stämmlein mußte erſt mit Blut begoſſen werden, damit es bekleibe. Unſre Geſchichte iſt mit Blut geſchrieben, warum ſoll alſo nicht durch das Blut einiger Wenigen, die nichts zu verlieren haben, als ein nacktes elendes Daſein, das Leben eines der Edelſten erkauft werden, der dem Vater⸗ lande bis auf dieſes ſchon Alles opferte und durch dieſes allein ihm noch unberechenbar nützlich ſein kann?“
„Alſo wirklich meinetwegen?“ weinte Lewis.
„Nein, mein Freund!“ rief Laing.„Wir kön⸗ nen Dir zuſchwören, daß wir es nicht ſind, die die⸗ ſen Aufruhr angeſtiftet haben. Der Zufall hat heute Abend die Looſe bunt und ſchrecklich genug durcheinan⸗ der geworfen.“
Ein hinter ihnen in der Straße aufbrauſender Lärm bekundete, daß ein Volkshaufen nach dem Ha⸗ fen zuſtürme. Wie verderbenſchwangere Gewitterwol⸗ ken wälzte ſich die Maſſe heran; wie fernes, näher und näher murrendes Donnergeroll klang ihr Geſchrei.
„Um Gottes Güte willen!“ rief Miß Eliſabeth, ſich an Lewis herandrängend,„laßt uns eilen!“
„Wer iſt dieſer zarte Jüngling?“ fragte O'Don⸗ nel heimlich, zu Howard gewendet.„Dieſe Stimme


