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ganzer Seele eingenommen und wich nicht von ihm. Beide erzählten ſich von ihren Seefahrten und See⸗ mannsſchwänken, es gab eine Menge Berührungs⸗ punkte und der Schließer ſchwur Stein und Bein, ſeit Antritt ſeines Amtes noch nicht ſo frohe Tage verlebt zu haben, als bei ſeinem neuen Freunde. Früß, durch den Beſitz des Geldes vollends ſicher gemacht, that dem Kapitän nach einigen Tagen den Vorſchlag, mit ihm auf ein Kaffeehaus zu gehen.
„Der Wirth heißt Kragenlund und iſt mein Vet⸗ ter,“ ſagte er zutraulich,„ein prächtiger Kerl, auf Schifferparole, Freundchen! Er iſt den ganzen Tag beſoffen und läßt ſeiner Frau freien Paß. Ein Kernweib, Freundchen, zwar ſchon acht und dreißig, aber noch immer ein delikates Fiſchchen. Sie iſt hübſch mit ihren Töchtern in die Wette. Nur nicht zaghaft, junger Freund. Ich weiß, junges Blut iſt voll Uebermuth. Mit mir alter Segelſtange iſt's vorbei,'s iſt alles morſch. Ein Schmätzchen drück' ich ihr zuweilen noch auf das weiße weiche Patſch⸗ chen. Aber zwei Töchter hat ſie, die eine iſt acht⸗ zehn, die andere ſechszehn Jahre alt, und ich will noch am Fockmaſt hängen oder geſäckt werden, wenn die älteſte nicht das ſchönſte Mädel in ganz Kopen⸗ hagen, was ſag' ich— in ganz Dänemark iſt! Na, Ihr ſollt die jungen Laffen alle drum herum liegen ſehen, adelig und bürgerlich, von der See und vom Lande. Mein verſoffener Vetter wird reich durch ſeine hüb⸗ ſchen Weibsleute ohne alles Verdienſt und Würdig⸗ keit; denn er kann wahrlich nichts dazu, daß ſie ſo ſchön ſind, noch daß ſie überhaupt ſind.“
Noreroß trug Bedenken, ſich in das Kaffeehaus zu wagen, aus Beſorgniß, dort erkannt zu werden; doch kam ihm die Ausſicht auf die Bekanntſchaft mit


