Teil eines Werkes 
1. Theil (1856)
Entstehung
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5 Ein Seekampf.

Eben war die Schiffsmannſchaft daran, ihre Mit⸗ tagsration einzunehmen, als der Ruf des Matroſen im Korbe:Ein Segel! Ein Segel! ſie an ihre Poſten rief. Der Kapitän Norcroß entdeckte am Rande des Horizontes den ſchwarzen beweglichen Punkt in der erwarteten Richtung. Unverzüglich wurde die Fre⸗ gatte in einen Segelwald gehüllt, und ſchneller als ein Adler aus den Lüften auf ſeine Beute ſtürzt, ſchoß der majeſtätiſche Graf⸗Mörner über die Waſſer. Bald trat das kleine däniſche Schiff deutlich hervor, aber nicht ſobald hatte es das ſchwediſche Kaperſchiff ge⸗ wahrt, als es raſch wendete, ſchnell alle Segel los⸗ ließ und nach der deutſchen Küſte zu entfliehen ſuchte. Zwar hatte der Däne die Leichtigkeit ſeines Gebändes vor dem Schweden voraus, aber dieſer wahr ihm offen⸗ bar in der Kunſt der Schiffsführung überlegen und hatte bei weitem mehr Mittel, ſeinen Kiel zu beflügeln. Alſo war noch keine Stunde vergangen, als Kapitän Norcroß zum erſten Mal Feuer geben ließ. Zwar er⸗ reichte dieſer Schuß, der eigentlich nur das Signal des gebotenen Kampfes ſein ſollte, den Schoner nicht; aber dieſer ſah ein, daß er der Fregatte nicht entfliehen könnte, wendete daher entſchloſſen, kehrte ihr Steuer⸗ bord zu und legte ſich ſie erwartend vor den Wind. In demſelben Augenblicke ſpieen beide Schiffe Feuer und Dampf auf einander los, ein gewaltiges Krachen erfüllte die Luft und über das Verdeck des Graf⸗Mör⸗ ner pfiffen die däniſchen Kugeln.