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bis Mitternacht ſo lange, bis die Hauptperſon der Geſandſchaft ſo krank ward, daß ſie die Muſik nicht laͤnger aushalten konnte. Waͤhrend ihrer Krankheit hatten wir Ruhe, nach ihrem Tode aber ging der Laͤrm von Neuem an. Wir ſtatteten einander Beſuche ab, bei welchen die Chineſen ſich ſehr ſeierlich bewieſen. Sie ſetzten ſich nicht eher nieder, als bis wir uns nieder⸗ gelaſſem hatten, oder wir ſie faſt zum Sitzen zwangen. Sie beobachteten ein ſtrenges Stillſchweigen, und wenn ſie ſprachen, ſo war ihre Unterredung langſam, ein⸗ toͤnig und langweilig. Porto, Claret und Maderawein behagte ihnen nicht; Kirſchbranntwein lieben ſie ſich aber um ſo beſſer ſchmecken.
Obgleich ich nicht das Mindeſte zu befuͤrchten hatte auf meinen Spzziergaͤngen, ließ ich mich immer von 6—8 Soldaten und eben ſo viel Dienern begleiten, wel⸗ che ſaͤmmtlich Saͤbel fuͤhrten. Begegnete ich Einge⸗ bornen, ſo ſetzten ſie ſich gewoͤhnlich in die Stellung der Ehrfurcht.
Nach einigen Tagen wurde die Zuruͤckkunft des Koͤnigs durch Racketen angezeigt. Wir ſahen nichts von ſeinem Einzuge. Da gerade in dieſe Zeit eine Mondsfinſterniß ſiel, und bei einem ſolchen Falle alle Geſchaͤfte und oͤffentlichen Vorfaͤlle einen Aufſchub lei⸗ den, ſo werden dieſe auf den folgenden Tag verſcho⸗ ben. Der Koͤnig verſammelte ſeine Sternſeher, welche als den naͤchſten gluͤcklichen Tag den 30. Auguſt


