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nicht ohne Einſichten und Faͤhigkeiten. Das weibliche Geſchlecht lieben ſie ſehr und kennen keine groͤßere Augelegenheit, als demſelben zu gefallen. Die Farbe abgerechnet ſind die madekaſſiſchen Weiber ſchoͤn, haben eine ſchlanke Geſtalt, angenehme feine Geſichts⸗ zoͤge, eine zarte Haut, glaͤnzend weiße Zaͤhne, und ſchoͤne blaue Augen mit einem glaͤnzend braunen Augapfel..
Die Reichen und die Pberhaͤupter heirathen nicht ſelten mehrere Weiber. Der Ehebruch wird wie Diebſtahl betrachtet, und eben ſo beſtraft. Die Maͤn⸗ ner warnen die Fremden, ſich mit ihren Weibern in Liebeshaͤndel einzulaſſen; dagegen bieten ſie ihre Toͤchter an, und finden ſich geehrt, wenn ſie Kinder von denſelben bekommen. Die Haare der Weiber ſind geflochten, und oben auf dem Kopfe zuſammen gebun⸗ den, waͤhrend die Mädchen ſie nachlaͤtig auf die Schulter herabfallen laſſen. In Gegenwart der Weiber ſind die Maͤnner immer frohlich.
Wenn die Malegaſchen im Kriege ſind, ſingen und tanzen ihre Weiber den ganzen Tag, indem ſie glauben, daß durch das beſtaͤndige Tanien ihre Maͤnner angefeuert und ermuthigt werden. Nach Beendigung des Krieges verſammeln ſie ſich bei dem Untergange der Sonne, und fangen Tanz und Geſang unter Be⸗ gleitung mehrerer Inſtrumenle auf eine ſehr laͤrmende Art an. Ihre Lieder ſind theils Lobgeſaͤnge, theils Satyren.


