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ßen Hauſe verſammelt, und ließen auf ein Geſproaͤch den Miſſionaͤr zu ſich erbitten. Als er ſein Wohlge⸗ fallen uͤber dieſes Benehmen zu erkennen gab, antwor⸗ tete ein Bramane:„Es ſind in dieſem Monate 8 Jahre, daß wir in dieſem Hauſe eine Unterredung mit euch gepflogen haben. Auch haben wir viele von euern Buͤchern geleſen, und freuen uns, euch in un⸗ ſerer Mitte zu haben“. Nach dieſen Worten ließen ſie ſich in ein Religions-Geſpraͤch ein, nach deſſen Beendigung ſich die Bramanen uͤber Siegenbalgs Kenntniſſe in der malabariſchen Religion wunderten.
In dem großen und bevoͤlkerten Flecken Dirup⸗ vabillur vertheilte er ſehr viele Buͤcher; einige Einwohner folgten ihm nach; er verkuͤndigte ihnen auf dem Wege das Wort der Buße und des Glaubens.
In dem Flecken Kollarokkarei an der mogu⸗ liſchen Grenze ließ er ſich unter ſchattigen Baͤumen nieder, und wurde von vielen Einwohnern und Rei⸗ ſenden umringt, unter welchen ſich auch zwei Buͤßer von ſcheußlichem Ausſehen befanden. Dieſe redete er an, und bewies ihnen den falſchen und verkehrten Begriff ihrer Buße. Auch predigte er in den Flecken Erukkur und Dirukkudeiur.
Nachdem der Miſſionaͤr Ziegenbalg mehr als 1000 malabariſche Doͤrfer und Staͤdte durchreist, und ͤberall das Bekehrungs⸗Geſchaͤft mit gleichem Eifer betrieben hatte, ergriff ihn die kalte Hand des Lodes den 23. Februar 1719. Um ihn trauerten ſeine Witt⸗


