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Aſiens, wo er ſo manches Vergnuͤgen zu erleber hoffte.
Nachdem das Schiff zu Buyukdere Anker ge⸗ worfen hatte, ließ der Capitain Carne nach Kon⸗ ſtantinopel auf einem Ruderboote bringen. Der Ruderer desſelben mußte mit Muͤhe mehrere Meilen gegen den Wind rudern, wofuͤr er gut bezahlt wurde; aber wegen des Ramadan-Feſtes zeigte der arme Schelm auf ſeinen Magen, um zu belehren, daß er bisher ge⸗ ſaſtet hatte. Abends kam Carne im Hafen von Con⸗ ſtantinopel an. Gegen ihm uͤber nahmen ſich die weißen Gebaͤude des Serails mit uͤberhaͤngenden Blei⸗ Daͤchern dicht am ufer trefflich aus, obgleich ihre Ar⸗ chiteetur nichts Prachtvolles zeigte. Hoͤher am Berge erhob ſich eine Maſſe von Cypreſſen, in welchen der große Pallaſt lag, welcher bald durchſchimmerte, bald uͤber die Waldung hervorragte. Links lag an der Kuͤßte von Aſien die Vorſtadt Seutari mit ihren weißen Woſcheen, und als man dem Landungsplatze naͤder kam, ruderten große Boote mit Tuͤrken von jedem Range und der verſchiedenſten Kleidung ſchnell an Carne vorbei.
Carne war es damals unbekannt, welche Tumulte und Mordthaten in Conſtantinopel eben ſattge⸗ funden hatten. Als er in Galata landete und in's Caffeehaus trat, warnten ihn und ſeine Begleiter ſo⸗ fort die drohenden Mienen der Tuͤrken, weiter zu eilen. Selblt der Poͤbel war in Waffen und Knaben


