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wo zwei Landſtraßen nach Wien fuͤhrten. Wir zogen diejenige vor, welche uns die kuͤrzeſte ſchien, und nachdem wir bald darauf uͤber den Maroſch geſetzt batten, befanden wir uns auf ungartſchem Boden. Unterchaltung gewaͤhrte uns nun zu Radna das Kloſter der Franziskaner mit dem Wunder wirken ſol⸗ lenden Marienbild. Wir verlangten die Bibliothek zu ſechen; aber der Moͤnch, welcher uns herumfuͤhrte, ſagte, daß ſie nur ein einziges Buch beſaͤßen, nicht die Bibel, ſondern die Beſchreibung der vielen Wunder, welche hier geſchehen ſeyn ſollen. In Peſth fiel uns beſonders die von Kaiſer Joſeph erbaute Kaſerne auf, welche 18,000 Mann enthalten kann. Sie gleicht einer Feſtung. In Dfen ſind mit Recht die oͤffentli⸗ chen Baͤder berühmt, die ſchoͤnſten in der Welt. Nachdem wir weiter durch Weibenberg und Chrunsburg gekommen waren, wobei wir Preß⸗ burg zur Rechten liegen ließen, gelangten wir an das ufer der Leitha, welche die Graͤnze zwiſchen Ungarn und Deſterreich bildet. Bald merkten wir aus einem andern Umſtande, daß wir uber die Graͤnze ge⸗ kommen waren. Wir wurden naͤmlich mitten auf der Straße von Zollbeamten angehalten, die uns ſtreng viſitirten; dieß geſchah uns oͤfter, bis wir Wien erreichten. 2 Von Wien begaben wir uns nach München, wo ich Gelegenheit hatte zu bemerken, daß man viel Antheil an der Sache der Griechen nahm; und von


