Teil eines Werkes 
4. Th., 1. Bdchn (1831)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

96 Ich hatte dieſes auf der Hinreiſe nicht noͤthig.

Als wir von der Kontumaz aufbrachen, ſtiegen wir

in dem Unter⸗Lazarethe in ein auslaͤndiſches Fuhrwerk. Es iſt ein elender Leiterwagen,1 1/½ Elle hoch, viel⸗ leicht eben ſo lang, und keine Elle breit, in welchem nur eine einzige Perſon gekruͤmmt auf Strod ſitzen kann. Nirgends bemerkt man ein Stuͤckchen Eiſen. Vier ruſtige Pferde ſind mit Stricken an den leichten

Wagen feſtgebunden. Die Poſtknechte erhoben ein

jämmerliches Geheul, durch welches ſie das Poſthorn

erſetzen, und ſchnalzten und knallten, daß es weit

wiederhallte. Wir gelangten bald an den kleinen Bach, die Grenze zwiſchen Deſterreich und der Tuͤrkei. An den ufern deſſelben wohnten zerſtreut einige Grenzhuter. Nicht viel weiter erblickte ich eine wallachiſche Schildwache..

Das Land von der Siebenbuͤrger⸗ Grenie anfangend, vier Stunden in die Breite und Laänge, an den beiden ufern des Alt nennt man Loviſchta, in wallachiſcher Sprache Fiſchgrube bedeutend, wahrſcheinlich, weil ſein felſiger Waſſergrund Fiſche naͤhrt.

Nach anderhalb Stunden waren wir ſchon in Kinäny, der erſten wallachiſchen Poſt⸗Station. Wir bezahlten hier nicht nur die gemachte Station⸗ ſondern alle eilf kommenden Poſten, welche nach Bu kareſt fuͤhren. Die Fuͤrſten unterhalten fuͤr Staats⸗ boten und Reiſende eine gute Anzahl Poſtpierde. Man