Teil eines Werkes 
4. Th., 1. Bdchn (1831)
Entstehung
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kommen, ſo koͤnnen ſie das Eski⸗Setai wieder ver⸗ laſſen. Gemeiniglich nimmt der neue Sultan die zu⸗ ruͤckgelaſſenen, noch jungfraͤulichen Frauenzimmer ſei⸗ nes Vorgaͤngers in ſein Harem auf. Iſt dieſer Fall nicht, ſo kommt es bei den Vermaͤhlungen darauf an, ob der Sultan dieſelbe erlaubt, die Kadune oder Ober⸗ hofmeiſterin ſie beguͤnſtigt, und ob die zu Vermahlen⸗ den Geld und Kredit haben.

Die Sultaninnen ſind von den uͤbrigen Frauen⸗ zimmern getrennt. Unter den Vergnuͤgungen des Harem erwarten ſie auch den Zeitpunkt mit Verlan⸗ gen, in welchem ſie der Großherr mit den Großen des Reichs vermaͤhlt. Jedes der vornehmſten hier wohnenden Frauenzimmer hat eine Art von eigenem abgeſonderten Hofſtaat; wie jedes der 23 Hauptge⸗ baͤude des Eski⸗Serni ſeine beſonderen Zimmer, Saͤle, Kuͤchen und Gaͤrten hat. Zwei derſelben ſind ſehr prachtvoll eingerichtet, und werden von Niemand be⸗ wohnt, weil der Sultan zur Zeit ſeines Aufenthaltes dahier ſie bezieht.

Das offene, obengenannte Thor bewachen Tag und Nacht zo weiße Verſchnittene. Außer dem Kai⸗ ſer iſt jeder Mannsperſon der Eintritt unterſagt.

Der Gouverneur des Palaſtes und der Dberhof⸗ meiſter aller der in demſelben wohnenden Frauenzim⸗ mer iſt Kapi⸗Agaſſi, welcher außer den Thurhuͤ⸗ tern gegen 40 Verſchnittene unter ſich hat, taͤglich 100 Aſper und iaͤhrlich mehrete Kleider von Goldſtoff, die