Teil eines Werkes 
4. Th., 1. Bdchn (1831)
Entstehung
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Nahe dabei liegt der Bersg der Rieſen, die groͤßte aller Anhoͤhen, welche ſich auf den beiden Ge⸗ ſtaden des Bosphorus erheben. Beruͤhmt iſt dieſer Berg durch eine unendliche Menge Fabeln der Grie⸗ chen. Auf dem Gipfel zeigen die Luͤrken ein Grab von einer außerordentlichen Groͤße, in welchem der Sage nach die Gebeine eines Rieſen ruhen ſollen.

Es iſt zu bewundern, daß Peter Gilles, dieſer eifrige und ſcharfſinnige Erforſcher der Alterthuͤmer am Bosporus, hier nicht das Grab des Anykus er⸗ kannt hat, welcher durch Polux uͤberwunden ward, den Valerius Flakkus den Rieſen nennt. Denn nach dem Berichte des Dionysvon Byzanz hatte dieſer in einem der benachbarten Golfe ſeine Wohnung aufgeſchlagen. Der Huͤgel ſelbſt iſt ſchie⸗ ferhaltig, und hat außer der Fruchtbarkeit des Bodens nichts Merkwuͤrdiges.

Wir begaben uns nach Bujuckdereh zuruͤck, um die beruͤhmten Konſtantinopolitaner Waſſerleitungen im Augenſchein zu nehmen. Von der großen Wieſe kamen wir auf einen gut gepflaſterten Weg, welcher ſich zwiſchen hohen und mit Wald bewachſenen Ber⸗ gen hinzieht. Nach einer ſtarken Stunde befanden wir uns unter einer, in dieſer Gegend, befindlichen Waſſerleitung.

Ein und zwanzig maſſive, aus Quadern gebaute Bogen verbinden hier zwei Berge mit einander. Ueber dieſe Berge wird das Waſſer uͤber das Thal nach Ga⸗