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konnen ſich ſeine Erben erſt dann das Gut zueignen, wenn ſie eine Erhoͤhung des Zinſes eingegangen haben. Die Beſitznahme wird nur als eine Wohlthat fuͤr die Familie angeſehen, nicht als Beſitznahms⸗Recht; da⸗ ber der Landmann ſeine Beſitzungen nicht verkaufen kann.
Der Handel von Gori beſteht hauptſaͤchlich in Wolle, Haͤuten, Wachs und Honig. Die aus Perſien kommenden Waaren muͤſſen auf ihrer ganzen Straße ſehr große Abgaben bezahlen.
Vier Werſte von Gori rechts bis an den Fuß der Gebirge, auf dieſer Seite die letzten Verzweigungen des Kaukaſus, iſt ein Dorf mit einer kleinen Zahl von Häuſern, welches aber, nach ſeinen Thuͤtmen zu urtheilen, ſehr betraͤchtlich geweſen ſeyn muß. Einige ſind rund, andere viereckig. Nach 20 Werſten kommt man auf eine ſehr ſchoͤne Ebene, welche beſſer ange⸗ baut zu ſeyn ſchien, als der Dheil Kartaliniens, welchen wir ſchon durchreist hatten. Man ſtoͤßt auf einige Doͤrfer, und der Gipfel der Gebirge iſt an mehrern Stellen mit Truͤmmern feſter Schloͤſſer be⸗ deckt. Unter erſtern hat das Dorf Ruiſſy mit einer ziemlich ſchoͤnen Kirche, welche aus dem Mittelalter zu ſeyn ſcheint, eine betraͤchtliche Bevoͤlkerung. Es wird von einem Fluͤßchen beſpuͤhlt, welches den An⸗ bau der fruchtbaren Felder beguͤnßigt.
Der Koſaken⸗Poſten zwiſchen Gori und Suram im Hintergrunde der Gebirge bei einem Moraſte,


