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auf welcher wir nichts als ein Eichhoͤrnchen ſchoßen. AUm 14. Juli 1820 trafen wir wieder in Siflis ein. Was die kriegeriſchen Lesger betrifft, ſo grenzt ihr Land, Lesguinien, gegen Morgen an Daghe⸗ ſtan, und gegen Suͤd an Nuſcha. Gegen Nord erüreckt es ſich bis in die hohen Gebirge des Kauka⸗ ſus, und wird von Kaketien durch den Fluß Tla⸗ san geſchieden, welcher etwas oberhalb Minzat⸗ ſchaur in den Kur faͤllt. Das Land hat eine zlück⸗ liche Miſchung von Bergen, Thaͤlern und Ebenen, ſehr hohe Baͤume, und eine außerordentliche Frucht⸗ barkeit. Bei einer großen Anzahl von Quellen herrſcht eine geſunde Luft. Weil aber das Land keinen Han⸗ del treibt, noch Ausgänge für ſeine Erzeugniſſe hat, ſo iſt es insgemein arm. Der Lesger, nicht ſo groß und ſchön, als der Georgier, hat jedoch eine ziemlich regelmaͤßige Geſtalt, eine gerade ſpitzige Naſe, ſchwarze Augen, und einen harten Blick. Faul und muͤßig lebt er von dem Raube und Feldbau. Beſonders heben ſie gerne Armenier oder Georgier auf, weil dieſe für ihre Loslaſſung nach dem groͤßern oder geringern Wohl⸗ ſande Loͤſegeld bezahlen müſſen. Wird ein ruſſiſcher Soldat aufgehoben, ſo erhaͤlt der Lesger kein Loͤſe⸗ geld. Wenn er ſeine Gefangene nicht weiter bringen kann, oder Verfolgung fuͤrchtet, ſo haut er ihnen die rechte Hand ab und haͤngt ſie als Sieges⸗Zeichen am Hauſe ſeines Dorfes aus. Wird ein Lesger


