Teil eines Werkes 
3. Th., 3. Bdchn (1831)
Entstehung
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mit einem dunklen Stuͤbchen auf dem Boden uͤbrig, worin ein ſteinernes Ruhebett und ein Altar aus dem⸗ ſelben groben Stoffe, noch immer zum Andenken der frommen Nunin dienen, welche daſelbſt ihre Abend⸗ andacht hielt. Aus Ehrfurcht gegen ihr Andenken führt dieſe melancholiſche Stelle den Namen der heil. Nunias⸗Kapelle.

Die Patriarchal⸗Kirche, in der Mitte der Feſtung, iſt ein grobes ſtattliches Gebaͤude mit einer thurmar⸗ tigen Spitze, und mit Seiten von glatten Steinen⸗ Die aͤußere Arbeit an derſelben iſt, wie u Annanur⸗ verwickelt und muͤhſelig; die innere Einfachheit wird durch die ſchlechtgemalten Heiligen-Legenden an den Mauern geſtoͤrt. Ihre prahlenden Farben ſtoͤren die puͤſtere Feierlichkeit der grauen Graͤber, welche die Ue⸗

verreſte der verſtorbenen Patriarchen und Tzaren be⸗

decken. Hier ruht auch der ungluͤckliche Heraklius mit ſeinen Soͤhnen; er ſchlaͤft unbewußt, daß der Fuß einer fremden Schildwache auf der Erde an ſei⸗ nem Grabe herumtritt. Eine halbe Meile noͤrdlich von den Mauern der Feſtung ſteht eine andere Kirche mit zahlloſen Ruinen umgeben, welche die Spuren

einer fruͤher hier geſtandenen Stadt anzeigen. Auf der

Oſtſeite des Fluſſes, gerade der Stadt gegenuͤber, er⸗ vebt ſich ein ſpitziger Felſenhuͤgel mit ſehr ausgebrei⸗ teten Ruinen. Dieſe, fruͤher eine Feſtung, ſcheinen mit der Stadt in regelmaͤßiger Verbindung geſtanden zu ſeyn.