Teil eines Werkes 
3. Th., 2. Bdchn (1831)
Entstehung
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Wenn die Maͤnner uͤber einen Fluß ſchlwimmen, ſchnüren ſie die Vorhaut mit einer, aus einem Darm verferrigten Schnur zu, um das Eintreten des Waſ⸗ ſers in den Leib zu hindern. Da ihre Begriffe der Schamhaftigkeit von den unſrigen verſchieden ſind⸗ ſo nehmen ſie dieſe Zeremonie ohne die geringſte Zu⸗ ruͤckhaltung in Gegenwart ihrer Toͤchter vor. DObwohl die Weiber nicht weniger dem Eindringen des Waſ⸗ ſers ausgeſetzt zu ſeyn ſcheinen, ſo verbinden ſie doch bei Schwimmen keinen Theil ihres Körpers.

Die Namaquas ſind kein kriegeriſches Volk; in⸗ deſſen findet man doch bei ihnen vergiftete Pfeile⸗ Sagayen und ſehr gefuͤrchtete Streit⸗Dchſen. Hin⸗ ter ihren Schilden koͤnnen ſie ſich ihrer ganien Laͤnge nach verbergen. Die Namaauas haben gleiche muſika⸗ liſche Inſtrumente, wie die Hottentotten; nur ſind die Laͤnze erſterer ſo froſtig, als ſie ſelbſt; ſie tanzen ohne Vergnügen und Anſtand. Eines ihrer Lieblings⸗Spiele

nennen ſie: den Tiger und das Schaͤfchen. Ein

anderes Spiel derſelben gleicht dem in Frankreich bekannten Spiele: Croix ou pile, welches meinen Hottentotten ſehr gefiel.

Bevor wir die Namaquas verließen, bat mich einer meiner Hottentotten um eine ſchoͤne Kuh, um mit derſelben die Tochter eines Namaguas, in welche er ſich verliebt hatte, zu erhandeln. Auf dieſe

Weiſe werden alle Heirathen bei den afrikaniſchen Voͤlkerſchaften geſchloſſen. Die Verheiratbung meines