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Contraͤre Winde und Windſtillen waͤhrend der Fahrt der Nadeshda durch den Skagerrak und das Cattegat ermuͤdete die Geduld der Ruſſen, die bei der jetzt ſtuͤndlich groͤßer werdenden Sehnſucht, bald einen europaͤiſchen Boden in der Naͤhe ihres Vaterlandes zu betreten, keiner großen Probe faͤhig zu ſeyn ſchien. Ein guͤnſtiger Wind fehlte ſchon lange. Es war daher erſt den 2. Auguſt Morgens um ꝛ0 Uhr, als die Nadeshda auf der Rhede von Kopen⸗ hagen vor Anker ging. Auch bei Helfingver ward das Schiff zwei Tage lang durch die widrigen Winde aufgehalten, und Kruſenſtern war daher einen Tag fruͤher nach Kopenhagen gefahren, um dort die noͤthigſten Geſchaͤfte zu beſorgen, damit ſeine— Abreiſe nach Kronſtadt ſobald als moͤglich befoͤr⸗ dert wuͤrde. Die Reiſe von China nach Kopen⸗ hagen hatte s Monate und 24 Lage gedauert. Waͤh⸗ rend dieſer ganzen Zeit brachte die Nadeshda nur 4 Tage in St. Helena vor Anker zu, und ſelbſt dort konnte nur der kleinſte Theil der Mannſchaft an das Land gehen. Deſſen ungeachtet befand ſich die⸗ ſelbe vollkommen geſund, und waͤhrend der ganzen Reiſe war nur der ſchwindſuͤchtige Koch des Geſand⸗ ten Reſanoff, deſſen Tod man vorausſagte, geſtor⸗ ben; Golowatſcheff hatte ſich entleibt. Waͤhrend des Aufenthaltes auf der Rhede vor Kopenhagen beſuchte die Nadeshda der Prinz Ferdinand Friedrich von Daͤnemark, wel⸗


