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Die Takelage des Schiffes war ſchlecht geworden, daß ſie faſt taͤglich eine Reparatur bedurfte; die Taue riſſen, ſelbſt die Raa des Mittelmaſtes wurde ſchadhaft u. ſ. w. Wenn die Jahreszeit nicht ſo guͤnſtig gewe⸗ ſen waͤre, ſo haͤtte dieſer ſchlechte Zuſtand des Schif⸗ fes wohl ſeinem Capitain Urſache zu Belorgniſſen ge⸗ ben koͤnnen.
Den 9. Juni paſſirte die Nadeshda im z6“ der Länge den noͤrdlichen Tropik, zehn Tage hatte es dann Windſtille. Den 1. Julius in 460 36“ der Breite und 290 46“ der Laͤnge ſah Kruſenſtern bei Ta⸗ ges⸗Anbruch ein dreimaſtiges Schiff gerade vor ſich. Waͤhrend drei Stunden manoͤverirte es unablaͤßig fort, bald lag es nach Oſten, bald nach Weſten, bald hatte es beigelegt. Da es endlich um 40 Uhr ſah, daß Kru⸗ ſenſtern ſich nicht irre machen ließ, ſondern unter allen Segeln ſeinen Lauf nicht veraͤnderte, hielt es den Wind und verlor ſich ſchon um 2 Uhr Nachmit⸗ tag aus dem Geſichte. Es war wahrſcheinlich ein Caper, der nicht wußte, wofuͤr er die Nadeshda halten ſollte, bis er endlich doch rathſam fand, ſich ihr nicht zu naͤhern.
Den 12. Juli ſprach Kruſenſtern einen eng⸗ liſchen Caper, der vor 9 STagen aus London abge⸗ gangen war, am 16. aber die engliſche Fregatte Blan⸗ che. Der Capitain derſelben, Lavie, ſagte ihm, daß drei franzoſſche Fregatten in dieſer Gegend ſeit eini⸗


