Teil eines Werkes 
3. Th., 3. Bdchn (1831)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

362

Huͤgel Marilius und dem Fundamente eines vor⸗

maligen Kloſters erbauten Palaſt, mit wenig Baͤumen umher, daher er ſehr frei liegt, hinter ſich kahle Berge hat, und nach dem Meere die reiche Gegend von Sidon uͤberſieht. Carne wollte ihr ſeine Aufwartung ma chen, wurde aber hoͤflichſt abgewieſen*). Sie iſt nicht mehr die kuͤhne Heldin, welche Palmyra's Truͤm⸗ mer und andere, Fremden faſt verſchloſſene Gegenden des Drients beſuchte, die treffliche Reiterin im Mamelukenſchmuck, ſondern jetzt nervenſchwach, glaubt an Nativitaͤtſtelleret, und ein in ſolchen Dingen ver⸗ rufener arabiſcher Greis beſucht ſie oft. Doch ſteht ſie noch im hoͤchſten Anſehen bei den Drientalen.

In Bairut angekommen, einer Stadt von 6000 Einwohnern, in einer ſehr reizenden, beſonders an Maulbeerbaͤumen reichen Umgebung, weßwegen hier viel Seide gewonnen wird, benutzte Carne eine Caravane nach dem Lande der Druſen, den dortigen Fuͤrſten ꝛe. zu ſehen. Deſſen Reſidenz, 9 Stunden von Bairut, liegt auf einem ſteilen Felſen. Der Fuͤrſt ſelbſt war ein Mann von 6o Jahren mit langem

Bart und ehrwuͤrdigem Ausſehen. Er beherrſcht das

*) Man ſagt, daß ein unſchickliches Urtheil eines

Englaͤnders über ihre Lebensart in Marilius der Grund ſey, warum ſie in der Regel jetzt keine Landsleute mehr ſehen will.