136
Linie, und gelangten den 11. Sept. auf Kap Friv. An der Kuͤſte riefen wir die Perſer zum Anblicke der neuen Welt(Jendſchi Duniah) herbei. Da ſte nur gewoͤhnliches Land und gewoͤhnliche Baͤume ſahen, hielten ſie es fuͤr abgeſchmackt, daß die neue Welt wie die alte ſey. Die praͤchtige Landſchaft um Rio Janei⸗ ro, die wildgeſtalteten, bis auf die Gipfel mit dem reich⸗ ſten Pflanzen⸗Wuchſe geſchmuͤckten Berge machten keinen weitern Eindruck auf ſie, als daß ſie ſagten, es faͤhe aus, wie ihr Dſchungel in Mazanderam. Dſchungel heißt Wildniß, und wird, wie die Wald⸗ Gegenden, von den Perſern nicht ſehr geliebt.
Zu Riv⸗Janeiro hielten wir uns 14 Tage auf, waͤhrend welcher wir herrlich bewirthet wurden. Wir ſahen die Merkwuͤrdigkeiten der Stadt, und hat⸗ ten ein Mibfallen an dem großen Kothe der Straßen. Ein Beſuch des Sklavenmarktes erregte in uns die wehmuͤthigſten Gefuͤhle.
Bei der Abſchieds⸗„Andienz von dem Prinz⸗Re⸗ genten ergotzte ſich dieſer ſehr an der Lebhaftigkeit des verſiſchen Geſandten. Als wir von dem Prinzen fort⸗ gingen, verbeugten wir uns tief; der perſiſche Geſandte aber kehrte ſich ſchamlos um und ging geraden Weges zur Thuͤre ohne nur um zu ſehen. Waͤhrend der Audienz entſpann ſich ein Streit unter dem perſiſchen Geſinde. Ein portugieſiſches Maͤdchen ſchenkte naͤmlich zweien einen Papaget. Bei der Ruͤckkehr zu ihren Kameraden, wollte Jeder ſich dſe Cunſtbezeugung des Maͤdchens
—


