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Vorrede zur Reiſe des Anacharſis.
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Ich denke mir einen Seythen, Namens Ana⸗ charſis, der einige Jahre vor der Geburt Alexan⸗ ders nach Griechenland kommt, und aus Athen als ſeinem gewoͤhnlichen Aufenthalte, verſchiedene Reiſen in die benachbarten Provinzen anßtellt, uͤberall die Sitten und Gebraͤuche der Voͤlker beobachtet, ih⸗ ren Feſten beiwohnet, die Natur ihrer Staatsverfaſ⸗ ſung ſtudirt, bisweilen ſeine Muße den Unterſuchun⸗ gen der Fortſchritte des menſchlichen Geiſtes widmet, und bisweilen, mit den wichtigſten Maͤnnern damali⸗ ger Zeit, als einem Epaminondas, Phoeion, Penophon, Plato, Ariſtoteles, Demoſthe⸗ nes u. ſ. w. Umgang pfleget. Wenn er Griechen⸗ land von Philipp, Vater Alexanders, unterjocht ſieht, begibt er ſich wieder nach Seythien zuruͤck, ordnet die Folge ſeiner Reiſe; und um ſich nie genothigt zu ſehen, den Faden ſeiner Exzaͤhlung zu unterbrechen,
gibt er in einer Einleitung Rechenſchaft von den merkwuͤrdigſten Thatſachen, welche ſich in Griechen⸗ land ereigneten, bevor er Seythien verließ.


