Teil eines Werkes 
2. Band (1866)
Entstehung
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Kaum hatte eine der Zigeunerinnen Benno's ver⸗ bundenen Arm bemerkt, als ſie mit einer Geſchick⸗ lichkeit, die einem geübten Wundarzt zur Ehre gereicht haben würde, den Verband löſte und die Wunde unter⸗ ſuchte.

Aha, rief ſie,ein Kroatenhandſchar; dieſe kennen wir. Zum Glück nur ein Streifſtoß, den mein Umſchlag bald ungeſchehen machen wird.

Sie wuſch hierauf die Wunde mit lauwarmem Waſſer, legte aromatiſch duftende Kräuter auf und bald verſpürte Benno die wohlthätige Wirkung des Umſchlags. Das Brennen der Wunde ließ nach und das Fieber, das ihn in den Abendſtunden zu beſchleichen pflegte, nahm wunderbar ab.

In dem ziemlich geräumigen Zelte des Häuptlings befand ſich ein durch Leinwandverſchläge abgeſondertes Gemach, das mit beſonderer Sorgfalt und ſelbſt nicht ohne einigen Luxus ausgeſtattet war. Es fehlte ſelbſt an Ottomanen und Spiegeln nicht. Es war das Gaſt⸗

zimmer für vornehmen Beſuch. Hierher geleitete Wamba⸗

ſeine Gäſte und Benno mußte ihm gegenüber auf dem Chrenſitze Platz nehmen, während Etelka ihre ſehr er⸗ müdeten Glieder auf der einen Ottomane behaglich aus⸗ ſtreckte. Das Mädchen hatte ihr Geſicht ſo unkenntlich gemacht, daß man von deſſen Schönheit keine Ahnung

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