Dreizehntes Kapitel.
Obſchon die Deputation, welche infolge der blu⸗ tigen Wiener Ereigniſſe vom Reichstag an den Kaiſer nach Schönbrunn geſchickt worden, um ein volksthüm⸗ liches Miniſterium zu erbitten, mit den beruhigendſten Verſicherungen ſeitens des Kaiſers zurückgekehrt war, zogen doch die Gewitterwolken immer drohender über Heſterreichs Hauptſtadt zuſammen. Bereits am andern Tage verbreitete ſich das Gerücht, daß der Kaiſer unter ſtarker Militärbedeckung Schönbrunn verlaſſen habe. Man wußte aber nicht, wohin er ſich gewendet. Zu gleicher Zeit verlas der einzige in Wien zurückgebliebene Mi⸗ niſter Kraus im Reichstage nachſtehendes kaiſerliches Ma⸗ nifeſt:
„Ich habe alle Wünſche meines Volkes zu erfüllen geſucht. Was ein Herrſcher an Güte und Vertrauen ſeinen Völkern erweiſen kann, habe ich mit Freuden


