13
Cicerone fort,„die Sitze mehrerer Grafengeſchlechter, nennt man Puſzten, ein Ausdruck, der Euch in Ungarn noch oft vorkommen wird. Aber dieſe herrſchaftlichen Puſzten ſind nicht zu verwechſeln mit den Puſzten der Steppe zwiſchen der Theiß und Donau, welche meiſt nur von Hirten bewohnt werden und mit weit geringe⸗ rem Comfort ausgeſtattet ſind. Eine der berühmteſten Puſzten der hieſigen Gegend iſt dort in der Ferne die königliche Puſzta Babolna, auf welcher ſich das größte Pferdegeſtüt von Ungarn befindet. Sie liegt an der ſo⸗ genannten Fleiſchhackerſtraße, die von Raab nach Ofen führt und deren Namen von dem zahlreichen Schlacht⸗ vieh herrührt, das auf ihr getrieben wird.“
Edmund theilte jetzt ſeinen beiden Reiſebegleitern die ſchlimmen Nachrichten mit, die er vom Pater Joſeph über die Zuſtände in den ungariſchen Grenzbezirken er⸗ halten hatte, und gab ihnen zu bedenken, ob es unter ſolchen Umſtänden nicht für ſie gerathener ſei, ihre Reiſe nach dem Innern des Ungarnlandes für friedlichere und gefahrloſere Zeiten aufzuſchieben. Aber der junge Fran⸗ zoſe wollte von einer Umkehr ſchlechterdings nichts wiſſen und rief in ſeiner angeborenen Lebhaftigkeit: „Nix da, kein echter Franzmann bleibt auf halbem Wege ſtehen. Auch wird man ſich wohl hüten, einem Sohne der großen Nation auch nur ein Haar zu krümmen.


