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Der Diplomat : Novelle / von Ludwig Storch
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Der unverſohnlichſte Zorn meiner Schwiegereltern und meiner Frau, wahrſcheinlich Scheidung von der Letztern, Verſtoßung Karlinens, Enterbung meiner von Seiten meines Onkels, Verluſt mei⸗ nes Dienſtes, kurz ein unüberſehbares Elend. Da that mir ein treuer Freund noth. Ich hielt Dei⸗ nen Vater dafür, entdeckte ihm meinen grenzen⸗ loſen Kummer, und hatte mich nicht geirrt. Der Edle that, was Tauſende nicht gethan haben wür⸗ den; er entſchloß ſich ſogleich— Karlinen zu heirathen. Karline wurde mit dieſem Entſchluſſe bekannt gemacht; die Geängſtigte willigte in Al⸗ les, um nur dem drohenden Verderben zu ent⸗ gehen. Für die edelmüthige Aufopferung mußte ich dem Freunde nur verſprechen, Karlinen nie wieder zu ſehen, und das Kind, welches ſie zur Welt bringen würde, erziehen zu laſſen. Er mochte dieſem Kinde weder ſeinen Namen geben, noch es um ſich haben. Ich verſprach, was er begehrte. Hierauf verfügte er ſich zu meinem Schwieger⸗ vater und bekannte ſich, auf die Gefahr eines heftigen Sturmes hin, zu meiner Schuld. Einige Wochen darauf war Karline ſeine Frau; auf ſein