Reinecke machte ein mißbilligendes Geſicht und wollte etwas ſagen, Müllersdorf ließ ihn aber gar nicht zum Worte kommen, ſondern rief, ihn fortziehend:„Und zum Beweis ſehen Sie gleich meine Neugierde, zu erfahren, welche Geſtalten jenem wandernden Hauſe wohl entſteigen werden. Vielleicht ein guter ehrwürdiger Mann aus der alten Zeit, mit Perrücke und Zopf, mit langem goldbeſchlagnen ſpaniſchen Rohre und Klappen⸗ ſtiefeln oder Schnallenſchuhen, mit einer Braten⸗ weſte und einem dreieckigen Hute; oder ein zar⸗ ter Seladon der neuern Zeit, ein Hofmann, der ſich in allen Moden gefällt, und deshalb das alte Erbſtück von Wagen nicht abgeſchafft hat; oder auch ein ehrlicher Landedelmann in beſter Qualität; ein wohlevnditionirter Kaufmann; ein ſpindeldürrer Oberbeamter, dem die Niederträch⸗ tigkeit an der Stirne ſteht, oder ein hochnaſiger Ariſtokrat, der ſich ärgert, daß der liebe Herr⸗ gott auch der bürgerlichen Canaille gewogen zu ſeyn verſprochen hat und ſich von derſelben ſo gemein behandeln, ja ſogar dutzen läßt.“
„Abſchenlich! Ganz unwürdig und plebey!“


