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Der Diplomat : Novelle / von Ludwig Storch
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„Es iſt leicht möglich, denn ſie war— wenn auch nur kurze Zeit— in**2.

„Ich bin auf ihre nähere Bekanntſchaft be⸗ gierig.“

„Sie wird Ihnen wenig helfen,“ lachte Rei⸗ necke gezwungen;„denn, wie man gehört hat, iſt die Comteſſe Braut, und erwartet hier ihren Verlobten.“

„In aller Heiligen Namen! Ich habe nichts dawider,“ verſetzte Müllersdorf, ohne eine unan⸗ genehme Empfindung, die Reinecke's Nachricht in ihm hervorgerufen, ganz unterdrücken zu können.

Sie gingen und traten in's Freie heraus. Die freundliche Sonne ſchmückte die Gegend mit Farbenglanz, und wie ein hingezaubertes kleines Paradies, breitete ſich das ſchöne L. vor ihnen aus. Das Herz des gemüthlichen Jünglings wallte über vor Entzücken und alle Diplomatie vergeſſend, rief er:„O ſehen Sie nur an, wie allerliebſt hier ſchon die Ausſicht iſt, wie unver⸗ gleichlich herrlich muß ſie erſt von einer der um⸗ liegenden Berghöhen ſeyn!“