ſchau, das er eine Zeit lang bedrohte, wieder zurückge⸗ zogen. Zwiſchen ihm und der Hauptſtadt ſtand der Generaliſſimus Skrzyneckt mit der polniſchen Haupt⸗ armee. Zur Rechten der großen ruſſiſchen Armee unter Diebitſch lagen in weiten Cantonnirungen die geſamm⸗ ten ruſſiſchen Garden, ein Corps von zwanzigtauſend auserleſenen Truppen. Sie hatten bis jetzt noch an keinem Gefechte Theil genommen; ihre Anweſenheit be⸗ wies aber, wie ſchwer dem Kaiſer Nicolaus die Be⸗ kämpfung Polens ward, da er ſelbſt dieſen Kern ſeiner Armee in das Königreich hatte einrücken laſſen. An Glanz und Pracht übertraf dieſes herrliche Corps alle übrigen Truppen der zahlreichen ruſſiſchen Armeen. Die Equipagen der Officiere waren die prächtigſten; ihre Wagen mit Silber beſchlagen; die Pferde auserleſen. In den prachtvollen Zelten glänzten die ſchönſten Meubeln mit ſilbernem Theegeſchirr. So war aſiatiſcher Luxus über die dürftigen Ebenen Polens ausgebreitet.
Der Generaliſſimus Skrzynecki ſah indeß endlich doch ein, daß, wie ſiegreich die Polen auch ſeither in zahlreichen Gefechten geweſen, es der ruſſiſchen Ueber⸗ macht doch gelingen werde, die polniſche Macht zu er⸗ drücken, wenn er ſich nicht zu einem entſcheidenden Hauptſchlage entſchlöſſe Er wollte dadurch zugleich das polniſche Nationalgefühl von Neuem befeuern und der allgemeinen Meinung das vielfach geforderte Opfer eine Hauptſchlacht— bringen.
Skrzynecki wählte daher den Lieblingsplan ſeines General⸗Quartiermeiſters, des als Strategen berühmten Pradzinski. Dieſer geniale Plan beſtand nämlich darin, die ruſſiſchen Garden zu überrumpeln, mit überlegener Macht anzugreifen, zu einer Schlacht zu nöthigen und dieſe ſtolze Soldateska zu ſchlagen. Dieſe kühne Idee
erfreute ſich nicht nur der vollkommenen Zuſtimmung


