27
Armand hielt ſprachlos und zitternd dieſe eigen⸗ händigen Schriftzüge des Kaiſers in ſeiner Hand. Da umarmte ihn der General mit Herzlichkeit.
„Niemand,“ ſprach er,„hat dieſe Auszeichnung mehr verdient als Sie. Es thut mir leid, daß wir uns trennen müſſen, aber Sie werden es den Brü⸗ dern an der Donau erzählen, daß wir auf Sanct Domingo dem franzöſiſchen Namen auch keine Schande machen.“
Hierauf einen Schritt zurücktretend fuhr er fort:
„Meine Gratulation dem Herrn Garde⸗Ca⸗ pitain.“
Armand eilte wie ein Berauſchter nach ſeinem Quartier; als er hier ankam, war ihm eine neue freudige Ueberraſchung bereitet. Der ſo lang erſehnte Brief von Junot war angelangt und lautete alſo:
„Mein lieber Maillebvis!
„Wenn ich Sie ſo lange ohne Antwort ließ, ſo ſo war das nicht meine Schuld. Ich bin erſt vor einigen Tagen aus Liſſabon im kaiſerlichen Haupt⸗ quartiere eingetroffen. Nachdem ich meine officiellen Berichte dem Kaiſer abgeſtattet und er gerade ſehr guter Laune war, benutzte ich die günſtige Gelegen⸗ heit, und ſchenkte ihm in der Angelegenheit der Frau von Pvitiers, wodurch Sie ſo compromittirt und in Ungnade gefallen waren, den reinſten Wein ein.
„Sie können ſich wohl vorſtellen, daß Seine Ma⸗ jeſtät bei dieſer unerwarteten Relation nicht eben das freundlichſte Geſicht machte. Der Kaiſer gerieth ſo⸗ gar in Zorn und ſagte:„wenn er das früher gewußt hätte, ſo würde ich an Ihrer Statt nach den Antil⸗ len ſpaziert ſein.“ Als der erſte Sturm vorüber war, bat ich natürlich, daß er Sie wieder zu Gna⸗ den aufnehmen möchte.„Nein,“ erwiederte er,„der


