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Am Tage nach der Uebergabe von Ulm lieferte Murat ein neues glänzendes Gefecht, wobei er gro⸗ ßen Vortheil davon trug. Ein Theil des großen öſtreichiſchen Artillerieparks hatte ſich nach Nürnberg gewendet, eskortirt von Mackſchen Cuiraſſieren und andern Reiterabtheilungen. Dieſe Bedeckung wurde angegriffen und zerſtreut und der ganze Park fiel den Franzoſen in die Hände.
Nie wurden ſo wichtige Ergebniſſe weniger theuer erkauft. Es iſt ausgemacht, daß im erſten Theile des Feldzugs die Zahl der Gebliebenen auf beiden Seiten außer allem Verhältniſſe ſteht. Die Franzo⸗ ſen verloren im Ganzen nicht mehr als zweitauſend Mann.
Dieſe heilige Sparſamkeit des Menſchenlebens war die Folge des Kriegsſyſtems, das der Kaiſer in dieſem Feldzuge anwenden konnte. Wenn die Trup⸗ pen oft reißend ſchnelle Märſche gemacht hatten, ſo befanden ſie ſich gewöhnlich vor dem Kampfe ſchon in Stellungen, die über den Erfolg keinen Zweifel ließen. Auch ſagten die Soldaten unter ſich:
„Der Kaiſer hat eine neue Art Krieg zu führen erfunden. Er bediente ſich weit mehr unſerer Beine als unſerer Bayonnette.“
Hätte man die Truppen gefragt, ſo würden ſie ſich lieber öfter geſchlagen haben, als weniger mar⸗ ſchirt ſein. Aber ſahen ſie den Kaiſer in ihrer Mitte, das ſchrecklichſte Wetter mit ihnen gemeinſchaftlich er— tragend, wie er manchmal an einem Tage zwölf bis funfzehn Stunden zurücklegte, mit ihnen in einem Dorfe übernachtete, während der ſchönſte Palaſt zu Augsburg für ſeinen Empfang feſtlich bereit ſtand: wie hätten ſie ſich da über Anſtrengung beklagen ſol⸗ len, die ihr großer Feldherr mit ihnen theilte?


