18
neral Mack, noch er ſelbſt an die Anweſenheit des Kaiſers vor Ulm geglaubt hatte. Er verlangte, daß man die öſtreichiſche Armee nach Oeſtreich zurückkeh⸗ ren laſſe.
Der Kaiſer konnte ſich, ob dieſes Verlangens, ei⸗ nes Lächelns nicht enthalten und erwiederte:
„Welchen Grund hätte ich, Ihnen dieſe Bitte zu gewähren? Binnen einer Woche wird Ihre Armee ohne alle Bedingung in meiner Gewalt ſein. Sie hoffen auf das ruſſiſche Heer, das kaum Böhmen er⸗ reicht hat. Uebrigens wenn ich den Oeſtreichern freien Abzug geſtatte, wer bürgt mir dafür, daß ſie, nach Vereinigung mit den Ruſſen, die Waffen gegen mich kehren? Ich habe Marengo nicht vergeſſen. Ich ließ Herrn von Melas auch abziehen und zwei Mo⸗
nate ſpäter, ungeachtet des Verſprechens, den Frieden
zu betreiben, mußte Moreau ſeine Truppen bekäm⸗ pfen. Ueberdies kann man ſich nach dem Verhalten Ihrer Regierung gegen mich auf keine Kriegsgeſetze
berufen. Ja, wenn ſich in Ulm einer Ihrer Prin⸗
zen befände, welcher ſich verpflichtete, ſo würde ich ſeinen Worten glauben, indem er verantwortlich da⸗ für wäre.“
Der Prinz Lichtenſtein antwortete, ſo gut er konnte und bethenerte, daß wenn man ihm nicht die verlangten Bedingungen geſtattete, das Heer Ulm nicht verlaſſen würde. 8
„Ich bewillige Ihnen den Auszug nicht,“ erwie⸗ derte Napoleon;„da iſt die Capitulation Ihres Generals, der in Memmingen geſtanden hat; brin⸗ gen Sie dieſe dem General Mack; und welchen Ent⸗ ſchluß man auch in Ulm faßt, ich will keine anderen Bedingungen hören. Uebrigens habe ich keine Eile, je länger er zaudert, deſto ſchlimmer wird ſeine Lage


