Teil eines Werkes 
20. Band, Der neue Cäsar : ein Seitenstück zu "1813" und "Elba und Waterloo" : 1. Band (1854)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

31

Es hat ſich ſeit damals Vieles verändert; nur Du ſcheinſt der Alte geblieben zu ſein.

Pardon, Bürger General, ich habe mit der Gar⸗ niſon und den Arſenalen verdammt oft gewechſelt

Aber dieſe Kugel, unterbrach ihn der Kaiſer, iſt ja noch lange nicht glühend genug. Deine Ku⸗ gel muß rundum Funken ſprühen wie kleine Sterne. Alle Wetter, das ſollteſt Du längſt wiſſen, aber Du wirſt in Deinem Leben Nichts begreifen lernen.

Bevor er dieſe Feldſchmiede verlies, gab er Be⸗ fehl, daß man eine doppelte Ration Wein und Rum an die Arbeiter austheile und den alten republikani⸗ ſchen Schmied befahl er eine kleine Belohnung aus⸗ zuzahlen.

Der Abend brach allmälig herein, die Seeſchlacht währte ununterbrochen; aber je dunkler der Himmel ward, deſto leuchtender flammten die ſaußenden Bom⸗ ben und Granaten. Es war das furchtbarſte und großartigſte Schauſpiel, das man haben konnte. Der ununterbrochene Donner der zahlloſen Batterien, das vertauſendfachte Echo von den Felſenwänden der Küſte, die goldnen Garben, die aller Orten aufſtiegen und verheerend niederfielen, es war, als ſei, Himmel, Erde und Meer mit einander im Kampfe begriffen.

Gleichwohl hatten ſich die Bewohner von Boulogne an das furchtbare Schauſpiel, welches ſich oft wieder⸗ holte, ſo gewöhnt, daß ſie nicht im Geringſten da⸗ durch erſchreckt oder geſtört wurden. Mitten unter dem Donner der Geſchütze gingen ſie ruhig ihren Ge⸗ ſchäften nach; die Frauen beſorgten ihre Hauswirth⸗ ſchaft und die Mädchen koſ'ten mit ihren Liebhabern. Niemand ward durch den Gedanken beunruhigt, daß die Engländer die franzöſiſche Flotte durchbrechen und den Hafen von Boulogne erobern könnten. So groß