Teil eines Werkes 
17. Band, Die Erbschaft in Kabul : komischer Roman : 1. Band (1854)
Entstehung
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in grobgegerbtem Rindsleder mit Pickelhaube und einer Art blechernen Bruſtharniſch, worauf gleichfalls das Niederroßlaer Stadtwappen zu ſehen war. Er hielt letzteres für unentbehrlich, da er in der diplo⸗ matiſchen Eigenſchaft eines Attaché der Niederroßlaer Geſandtſchaft reiſte. Sein kriegeriſcher Anblick im⸗ ponirte faſt noch mehr als Süßmilch's Baumwollen⸗ habit, namentlich fand ſich die Schuljugend ſehr alar⸗ mirt dadurch.

Vetterlein's Reiſecoſtüm beſtand aus einem ziem⸗ lich ungeſchlachten Tüffelrock, der bis auf die Knö⸗ chel herabreichte und die kleine Figur des Quartus ganz verſchlang. Wenn er bei unfreundlichem Wetter den Kragen in die Höhe ſtülpte, ſo war vom Schul⸗ manne nichts zu erblicken und es gab nur einen wan⸗ delnden Rock, höchſtens, daß die Quaſte der Sack⸗ mütze, vom Winde hin und wieder bewegt, ein We⸗ nig hervorragte. Vetterlein wußte ſich trotzdem, daß er in dem Rocke total verſchwunden war, doch recht gut zurecht zu finden. Er ſchaute durch eins der obern Knopflöcher wie durch eine Schießſcharte. Ob⸗ ſchon er nun vermittelſt ſeines Tüffels gegen den Re⸗ gen vollkommen geſchützt war, ſo ermangelte er doch nie ohne Regenſchirm auszugehen, welch' letztrer ſich ſogleich entfaltete, ſobald ein dunkles Wölkchen am Horizonte emporſtieg. In dieſem Aufzuge hatte er in ſeinen frühern Jahren Deutſchland, die Schweiz und einen Theil Frankreichs durchwandert und dieſe Bekleidungsart ſehr praktiſch gefunden. Deshalb ſtand ſein Entſchluß feſt, auch Afghaniſtan im Tüffel und in Begleitung des Regenſchirms zu beſuchen.

Hanno's Garderobe war die einfachſte. Er beſaß eine ziemliche Fertigkeit im Umſchlagen und im Fal⸗ tenwurfe des Carbonarimantels. Alle Helden in Män⸗