Teil eines Werkes 
18. Band, Die Erbschaft in Kabul : komischer Roman : 1. Band (1854)
Entstehung
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Namentlich ward Lagemann ununterbrochen von der einen Seite des Verdecks zur andern gejagt, ſo daß er ſich endlich fluchend in die Kajüte flüchtete. Hier ſaß bereits Zeiſig in höchſt niedergeſchlagener Stim⸗ mung. Ihm war äußerſt weichlich zu Muthe, das Heimweh begann ſich ſeiner zu bemächtigen.

„Ach,“ ſeufzte er für ſich,„ſäße ich doch lieber hinter meinem lieben Actentiſche auf dem Rathhauſe zu Niederroßla, oder nach überſtandener Expeditions⸗ zeit unter den kühlen Schießhauslinden bei einem Kruge Dünnbier.“

In dieſer trüben Gemüthsſtimmung war es ordent⸗ lich wohlthätig für Zeiſig, daß er in Lagemann einen Geſellſchafter bekam. Es war wenigſtens eine bekannte Seele aus dem Niederroßlaer Friedensthale, obſchon der Attaché für ſeine Perſon nichts weniger als für den Frieden geſtimmt war. Er ſchimpfte über alle Maßen auf die Matroſen, welche ihm ſo übel mitge⸗ ſpielt hatten und ſchwur, das Verdeck nicht eher wie⸗ der zu betreten, als bis es von den groben Unholden geräumt ſei.

„Actuar,“ fuhr er nach einer Pauſe fort,„wie wär's, wenn wir ein Fläſchchen ſelbander ausſtächen? Ihr ſcheint mir auch nicht der heiterſte und der Wein erfreut des Menſchen Herz. Vielleicht, daß ich die mannigfaltigen Püffe, ſo ich erhalten habe, und der Aerger darüber hinunterſpüle. Actuar, gebt Euerm Herzen einen Stoß, bedenkt, daß wir ſo jung nicht wieder zuſammen kommen.“

Zeiſig war, ſeine pecuniären Verhältniſſe in Ueber⸗ legung ziehend, im Geringſten nicht aufgelegt, auf Lagemann's Vorſchlag einzugehen; auch war ſeine melancholiſche Stimmung für's Poculiren gar nicht geeignet; der Attaché ließ indeß nicht nach, ſchaffte