Teil eines Werkes 
18. Band, Die Erbschaft in Kabul : komischer Roman : 1. Band (1854)
Entstehung
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„Frack, Hoſe, Gilet, Kaſtor,“ rechnete Lagemann, „Summa Summarum vierzig Reichsthaler; darunter getraue ich mir's nicht herzuſtellen.“

Zeiſig ſchauderte. Der Hotelier fuhr fort:

„Eigentlich ſollten wir zwei als Diplomaten auch noch in ſchwarzſeidenen Strümpfen und Schuhen, letz⸗ tere wo möglich mit goldenen Schnallen, erſcheinen; die Diplomatie trampelt nicht in Cuiraſſierſtiefeln ein⸗ her, ſondern tritt fein leiſe auf, kaum hörbar; aber ich hoffe, daß es Herr Siebecke als aufgeklärter Mann ſo ſtreng nicht nehmen wird.“

Zeiſig wußte ſeinem Leibe keinen Rath. Lage⸗ mann that den Vorſchlag, die benöthigte Summe vor⸗ zuſchießen, wenn der Actuar als Entſchädigungsquan⸗ tum dem Krokodille ein Bein abſchlagen wolle.“

Bei Zeiſig empörte ſich alles Rechtsgefühl ob die⸗ ſes Vorſchlags; er wies daher Lagemann's Zumuthung trotz ſeiner bedrängten Lage entſchieden zurück.

„Ich begreife aber nicht,“ ſprach der Attaché,„was Euch eine Pfote ſo an's Herz gewachſen iſt; das Beeſt behält ja immer noch deren genug.

„Aber, mein Gott,“ erwiederte Zeiſig, ängſtlich und weinerlich,„ſie ſind nun einmal daran; wer kann dafür und Frepel wäre es, nur eine Klaue zu entwenden.“

„Wenn aber durch den Verluſt einer einzigen Pfote das geſammte Ungeheuer zu retten iſt, wie im gegenwärtigen Falle,“ gegenredete Lagemann;„ſchnei⸗ det man doch den Menſchen Arm und Beine ab, um Kopf und Rumpf zu erhalten, welch letztere doch immer die Hauptſachen bleiben.“

Trotz dieſer politiſch⸗mediciniſchen Beweisführun⸗ gen wollte der gewiſſenhafte Zeiſig von einer Opera⸗

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