Teil eines Werkes 
16. Band, Moosrosen : Novellen und Erzählungen : 2. Band (1854)
Entstehung
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nenn ich Romantik. Aber wie weit haben wir noch bis Buchenfels?

Nach Ausſage des Mannes von vorhin, erwie⸗ derte Johannes,vier Stündchen.

Das iſt ewig Schade, klagte Eginhard,da liegt es nicht in dieſem himmliſchen Thale, ſondern jenſeits jenen Weinbergen oder hinter dem Walde.

Ein Landmädchen kam des Weges daher.

Du, Schätzchen, rief Eginhard,wie heißt denn die Burg oder das Schloß dort, was Du ſiehſt links beim Walde?

Die Buche, war die Antwort.

Die Buche? fragte Eginhard.Dunkel iſt der Rede Sinn, erkläre Dich deutlicher, ſchönes Kind.

Nun Buchenfels, belehrte die Bäuerin,wenn Er es ſo genau wiſſen will.

Buchenfels! rief Eginhard, ſprang auf Johan⸗ nes zu, umarmte dieſen und gallopirte mit ihm, trotz ſeines Widerſtrebens, den Hügel hinab.Buchenfels! Haſt Du's gehört? wiederholte er, unten angekommen.

Freilich, entgegnete Johannes ziemlich ärgerlich; aber was muß das Mädchen denken?

Was' kümmert uns das einfältige Ding, lachte Eginhard;aber jetzt laß uns allen Ernſtes überle⸗ gen, wie wir der Burg beikommen.

Wie denn beikommen? fragte Johannes.

0 simplicitas! zankte Eginhard,würde es denn nicht zu proſaiſch und alltäglich herauskommen, wenn wir auf dem gewöhnlichen, breitgetretenen Wege, den jeder Philiſter in ſeiner Verſtocktheit dahin trottirt, zum Schloſſe gelangten? Das iſt Nichts für Genies, wie wir ſind. Wir müſſen uns eine Entführung aus den Ritterzeiten denken. Du biſt der Knappe, ich der Ritter; oder meinetwegen umgekehrt. So faſſen wir 3

Stolle, ſämmtl. Schriften. XVI.