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den erklangen die Glocken der Mitternacht. Unfreund⸗ lich rüttelte der Nachtwind an den Fenſterladen; kein Stern ſchaute vom wolkenvollen Himmel.
„Wo bleibt nur Reinhold,“ frug nach langer Pauſe eine Stimme,„es wird ihm doch kein Unfall begegnet ſein?“
„Er iſt noch heut ſpät am Abend zur Sternburg gegangen,“ gab ein Anderer zur Antwort,„um uns Gewißheit zu verſchaffen.“
„Ich kann es noch immer nicht glauben,“ meinte düſter ein Dritter,„daß Alfred's Nachricht gegründet ſein ſollte.“
„Lehre mich den Fürſten Metternich nicht kennen,“ erwiederte dieſer,„ſo gewiß wir hier beiſammen ſitzen, iſt er heute zum Pirnaiſchen Thore hereingefahren.“
„Ich verzweifle an Allem, was gut und heilig iſt,“ rief Conſtantin, einer jener Jünglinge, in wel⸗ chen die Begeiſterung für die Vaterlands⸗Freiheit am glühendſten flammte,„wenn das Wiener Cabinet die Stimme ſeiner Völker, den Weheruf des ganzen ge⸗ knechteten Europa's dermaßen mißkennen ſollte, daß es mit dem Tyrannen gemeinſchaftliche Sache machte.“
„Wenn es nur ſtrenge Neutralität beobachtet,“ meinte Alfred,„ſind wir dem Feinde gewachſen.“
„Nein,“ rief aufgeregt Conſtantin,„in der Ge⸗ genwart heißt es mit oder gegen uns; der Deutſche, der es geduldig anſehen kann, wie dieſe Fremdlinge das Vaterland mit Füßen treten, iſt nichts werth. Oeſterreich hat jetzt keine Rückſicht mehr zu nehmen. Es ſoll ſich erklären; es iſt mit Blindheit geſchlagen, wenn es den Augenblick nicht ergreift.“
Einer von der gemäßigtern Partei, Namens Edu⸗ ard, ſprach jetzt den Wunſch aus, daß aus dem Waf⸗


