33
zescv ſtehen.„Euer Ehrenwort, daß ich auf keine Weiſe Gefahr laufe, mich zu compromittiren.“
„Hier iſt es,“ erwiederte der Italiener, die Hand hinreichend.„Würde ich ſonſt zu dieſem Schritte rathen? Wann ſoll ich Euch abholen?“
„Ich bin von ſ Uhr zu Hauſe.“
„Gut,“ ſprach Jener,„Ihr werdet ſeltſame Prin⸗ zipien hören; aber laßt Euch nicht irre machen, be⸗ denkt, daß es nur die Katzen ſind, die uns die Ka⸗ ſtanien aus dem Feuer holen.“
Er wollte ſich beurlauben.„Noch Eins,“ ſprach er umkehrend,„verbietet Euren Agenten, daß ſie ſich des Gerüchts vom Tode oder von der Gefangenſchaft des Kaiſers bedienen; das Mittel iſt nicht nur verbraucht, ſondern auch verdächtig. Noch geſtern Abend ward ein vorlauter einfältiger junger Mann, der von einer Gefangenſchaft ſchwatzte, vor meinen Angen von Spür⸗ hunden gepackt. Ich mußte lachen, Sir Richard, mein theurer Freund, der überall Engländer und Höllen⸗ maſchinen ſpürnaſ't, war in Perſon zugegen. Er glaubte, einen Fang gethan zu haben, ich ſah's ihm an, aber es war nichts. Der junge Laffe wußte ſelbſt nicht, warum er ſchrie.“
„Wo fiel das vor?“ frug Leon.
„Bei Benvit,“ erwiederte der Italiener.„Auch glaube ich da eine Acquiſitivn gemacht zu haben; we⸗ nigſtens war's nicht ganz geheuer. Ein verdächtiger Zug ſpielte um Sir Richard's unſterbliche Spürnaſe. Sonſt hätt' er nicht ſo lange ausgehalten. Wenn mich nicht Alles trog, galt's dem jungen Nordameri⸗ kaner, Georg Falkland, Buchhalter bei Normand. Der junge Mann ſcheint mir zu dem Schlage von Men⸗ ſchen zu gehören, die kettenfeſt anhangen, wenn ſie
Stolle, ſämmtl. Schriften. X. 3


