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den drei Familien. Nur was von dieſen ausgeht, iſt preiswürdig und der Nachahmung werth. Der Neu⸗ kirchner Adel bildet ein ziemlich abgeſchloſſenes Ganze in Betreff der übrigen bürgerlichen Honvratioren; und nur einige der letztern gehören in Betracht ihrer Wohl⸗ habenheit zu den wenigen Glücklichen, die zuweilen in die ariſtocratiſchen Kreiſe gezogen werden. Nie⸗ mand fühlt ſich durch ſolche Auszeichnung mehr ge⸗ ſchmeichelt, als dieſe bürgerlichen Bevorrechteten; ſie blicken in der Regel mit weit größerer Suffiſance auf ihre bürgerlichen Standesgenoſſen herab, als der Adel ſelbſt.
Ueberhaupt, wie fiel in Neukirchen von den höhe⸗ ren Bürgerlichen auf die Ariſtoeratie räſonnirt wird, findet ſich doch in der Regel der ärgſte ahnenloſe Rä⸗ ſonneur glücklich und in den ſiebenten Himmel Ma⸗ homeds erhoben, wenn ein gnädiger Herr oder eine gnädige Frau oder ein gnädiges Fräulein ſo gnädig ſind und freundlich zu ihm ſprechen. Er blickt mit bedentſamer Miene umher, ob der große Act der Gnade von den neidiſchen Standesgenoſſen auch ge⸗ hörig bemerkt worden ſei.
Daß es in Folge der ſchroffen Rangunterſchieden⸗ heit in Neukirchen nicht verſchiedene geſchloſſene Ge⸗ ſellſchaften geben ſollte, unterliegt keinem Zweifel. Da gibt es vorerſt ein ſogenanntes Bürgerecaſinv. Hier dominirt, wie der Name nicht anders erwarten läßt, der wohlhabendere Bürgerſtand. Die zweite Geſellſchaft heißt die Harmonie und umfaßt das eigentliche Geſchlecht der Honoratioren. Zur Harmo⸗ nie gehört auch der geſammte Adel, fürſtliche und ſtädtiſche Beamte, Juriſten, Aerzte und Kaufleute. Die dritte Geſellſchaft führt den Namen Concordia und beſteht größtentheils aus dem Stande der Ge⸗


