Teil eines Werkes 
5. Band, Moosrosen : Novellen und Erzählungen : [1] (1853)
Entstehung
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„Wenn aber der Duft ohne Wirkung bleibt,“ fiel William ein,„was iſt da zu ſehen, wie ſind da Be⸗ trachtungen anzuſtellen über die Kraft des Giftes?“

„Hören Sie weiter,“ ſprach der Doctor,„unter den Perſonen von des Barons Familie wird ſich auch eine junge ſchöne, etwas nervenſchwache Dame befin⸗ den. Dieſe bitte ich vor Allem in's Auge zu faſſen und zu beobachten, welchen Eindruck der Anblick der Kirſchblüthe auf ſie hervorbringen wird. An ihr, die vermöge ihrer zarten Nerven weit feiner fühlt als wir, werden Sie die Wirkung der giftſaugenden Blü⸗ then deutlich genug erkennen. Höchſt wahrſcheinlich geht ſie drauf. Aber ihr Tod wird dann nicht uns, ſondern ihrer eigenen Kränklichkeit zugeſchrieben; wir bleiben unverdächtig, da, wollten wir den Verſuch mit völlig geſunden Perſonen anſtellen, wir leicht mit der Polizei in unangenehme Verwicklung gerathen dürften.“

„Verſtanden, verſtanden, beſter Doctor, und wann ſoll dieſe Probe vor ſich gehen?“

„Unbezweifelt morgen Mittag, ſo der Himmel ei⸗ nigermaßen günſtig.“

„Werde bereit ſein,“ ſprach William, und drückte dem Doctor mit Dankbarkeit die Hand.

„Noch Eins,“ ſprach dieſer;„ich befinde mich in augenblicklicher Geldverlegenheit, würden Sie mir auf einige Wochen mit ſiebenzig Louisd'ors dienen können?“

„Was fragen Sie?“ rief William, zog ein Fach aus dem Bureau, und ſchüttete einen Haufen Gold⸗ rollen und Banknoten auf den Tiſch.„Ihre Entdeckung wiegt tauſend auf.“

„Ich bedarf nur ſiebenzig,“ verſetzte der Doctor, und ſuchte ſich dieſe Summe.„In wenig Wochen er⸗ ſtatte ich ſie zurück. Jetzt adien! und halten Sie ſich

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