5
Kaufmann kann ſich auf ſolche Imaginationen nicht einlaſſen. Ueberzeugung will ich, daß man ſeine Maßregeln nehmen kann.“
Eine neue Pauſe folgte.
„Der Gedanke iſt gut,“ ſprach er,„Theologie und Philoſophie laſſen mich im Stich; ich klopfe beim geſunden Menſchenverſtande an, bei Kindern und Nar⸗ ren; die ſagen, wie ſie's meinen.“
Zu gelegener Zeit brachte Johann das Frühſtück. Erasmus ſetzte ſich in ſeinen Lehnſtuhl.
„Johann,“ begann er milde,„komm einmal her.“
Der Diener ſtellte ſich kerzengerade hin.
„Sei einmal ganz aufrichtig, Johann.“
Johann ſchwur Stein und
„Nun ſag mir, glaubſt Du an ein Fortleben, wenn's hier alle iſt?“
Johann ſchnitt ein ſeltſames Geſicht.„Ja, hoch⸗ geehrteſter Herr Banquier,“ begann er,„das iſt eine närriſche Geſchichte. Sehen Sie, wenn ich ſo manch⸗ mal einen dummen Streich mache, fährt mir's durch die Glieder; der Kuckuck! denke ich, was werden ſie über den Wolken davon denken? Iſt's aber was Gu⸗ tes, oder geht ſo recht wohl, ſpricht's wieder, das ſollte dein Vater ſelig wiſſen, das würde ihn freuen, und da wird mir's ganz klar, daß ich ihn ein⸗ mal wiederſehe.“
Der Banquier rauchte ſinnend weiter und fragte nach einer Pauſe:„Alſo feſt überzengt biſt Du nicht?“
„Ja, wie geſagt, es iſt eine närriſche Ge⸗ ſchichte—“
„Ob Du überzeugt biſt?“ fragte Erasmus heftig.
„Ueberzeugt? So daß man's mit Händen grei⸗ fen kann?“
„Ganz recht.“


