Erſtes Rapttel.
E war am neunundzwanzigſten Oectober; kaum graute der Morgen über dem Makkatamgebirge, als in den Gaſſen und Gäßchen von Cairo ein ungewohntes Hin⸗ und Widerlaufen bemerkbar ward. Aus dunkeln Häu⸗ ſerſchluchten kam verdächtiges Geſindel, das, in Trupps geſchaart, die Gaſſen durchzog und hier und da auf⸗ rühreriſches Geſchrei ausſtieß. Unheimliche Geſtalten, in weite Beduinenmäntel gehüllt, zeigten ſich unter der Menge, dieſelbe zum Aufſtand reizend, Haß gegen die Franzoſen predigend und häufig Geld vertheilend. Bereits um ſieben Uhr zog eine große Maſſe Pö⸗ bel nach der Wohnung des Kadi, eines allgemein ge⸗ achteten Greiſes. Man ſendet eine Deputation in ſein Haus, welche ihn zwingt, zu Pferde zu ſteigen und ihnen zum Obergeneral zu folgen, bei welchem man um Zurücknahme mehrerer jüngſt erlaſſener und das Eigenthum betreffender Maßregeln einkommen will. Unterwegs überlegt der Kadi, daß dies nicht der geeignete Weg ſei, mit der oberſten Regierungsbehörde in Unterhandlung zu treten. Er erklärt dem Haufen, nicht weiter folgen zu können, und ſteht im Begriff, nach Hauſe zurückzukehren. Da reißt das letzte Band der zeither nur mit Mühe aufrecht erhaltenen Ordnung. Stolle, ſämmtl. Schriften. IV. 1


