Teil eines Werkes 
1. Band, Camelien : Novellen und Erzählungen : [1] (1853)
Entstehung
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Sehen. In dieſer gottverlaſſenen Lage rannte ich an einen Hausknecht.

„Engel des Himmels, Bote einer ſchönern Welt,“ rief ich, und packte des Hausknechts Arm mit Rieſen⸗ kraft—„ſchnell ein Zimmer, ein Hundeloch meinet⸗ wegen, daß ich mein Oel los werde, es ſoll Euer Schade nicht ſein.“ Damit machte ich rechtsumkehrt, um den Erſtaunten von der Wahrheit meiner Worte zu überzeugen.

So wie der Himmelsbote meines Rückens anſichtig wurde, faßte er mich verſtändnißinnig bei der Hand, öffnete eine Thür und ſchob mich in ein ziemlich dü⸗ ſteres Erdgeſchoß.„Komme gleich!“ waren die Tro⸗ ſtesworte, die er mir in die Einſamkeit nachrief; worauf die Thüre zuſchlug.

Nun war ich wenigſtens vor der heilloſen Welt gerettet. Ich athmete etwas freier und ſtieg in dem kleinen Gemache verſchnaufend auf und ab. Das Fen⸗ ſter ging auf den Hofraum. Ich guckte vergebens nach den Cvuſinen und dem Generalſtabe. Die Lau⸗ ben lagen außerhalb meines Horizontes.„Der Himmel beſchütze die armen Dinger mitten unter Küraſſen,“ ſprach ich,„aber ich kann ihnen nicht helfen.“ Der Hausknecht kam jetzt zurück und bat ſich meinen Frack aus. In einem kleinen halben Stündchen, verhieß er, wär' Alles abgemacht. Er entfernte ſich und ich hatte nun vollkommen Muße, über mein höchſt ſeltſames Ge⸗ ſchick in Hemdsärmeln Betrachtungen anzuſtellen.

Wär' ich nur das einzige Mal mit den Mädchen bei der Tante, flehte ich zum Himmel, ich gelobe feſt und unverbrüchlich, daß mir in meinem Leben nicht wieder eine ſolche Weibereskorte in den Sinn kommen ſoll. Mein Traum mit dem ſchwarzen Krebs hatte mich alſo doch nicht getäuſcht. Jetzt war er vollkom⸗