Teil eines Werkes 
3. Band (1855)
Entstehung
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einfaſſung von dem weißen Häuschen durch die Thalniederung gegen das Gemurmel des Baches hinan lief, ſie gingen an den blutrothen Blättern des Kirſchengeheges, oder ſaßen auf den geraden und ſenkrechten Pfeilern des Felſens der Milchbäuerin. Er ging an dem hellen lichten Tage in das weiße Häuschen hinüber, oder er ſendete ſehr prächtig gekleidete Diener mit Botſchaften an Hanna dahin. Man erſtaunte über dieſe Dinge, und die alte Mutter war wie blödſinnig, und machte Knixe, wenn der ſchöne Herr oder ſeine Diener in das Häuschen traten.

Endlich bemächtigte ſich der Ruf dieſer Sache, und trug ſeine Ge⸗ rüchte in der Gegend herum. Guido, wie die mitgekommenen Freunde den jungen Mann immer nannten, werde Hanna heirathen, ſie werde zu einem erſtaunlich hohen Stande erhoben werden, die Gegend, in welche man nur zu jagen gekommen ſei, werde ein ganz anderes Feſt, ein un⸗ glaubliches Feſt und ein unvergeßlicheres Feſt zu ſehen bekommen, als die anfüänglich beſtellten Jagdfeſte. Es ſei ſchon Alles gewiß, und dem weißen Häuschen ſtehe eine Freude bevor, die man ſich gar nicht vor⸗ ſtellen könne. Es ſeien jetzt nur erſt die Edelſteine, die goldgewirkten Kleider und die ſpinnengewebefeine Wiäſche unter Weges, und wenn dieſe angekommen wären, dann werde Alles öffentlich bekannt gemacht wer⸗ den, und kein Zweifel mehr ſein.

Weil jetzt Alles nach ganz anderem Maßſtabe in Oberplan geſchah, als zu ſonſtigen Zeiten, ſo waren auch alle Köpfe verrückt, und hatten nur ſchöne Kleider und Hoffahrt und gnädige Frauen und gnädige Her⸗ ren vor Augen. Die Bewohner von Pichlern, die weniger in Berührung mit den Gäſten kamen, ſchauten nur mit Scheu und Verwunderung auf das weiße Häuschen.

4. Der dunßle Baum.

Hanns wußte von dem Allen nichts. Der Grundherr wollte näm⸗ lich auch alle ſeine Holzſchläge beſuchen, und hatte deßhalb den Befehl