Teil eines Werkes 
3. Band (1855)
Entstehung
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Freilich kann ſie es thun, antwortete Hanna,weil ſie ſehr mäch⸗ tig iſt, und ſie thut es auch, weil ſie ſehr gut iſt.

Aber am erſten Beichttage muß man ſie darum bitten? fragte Hanns.

Um was man ſie am erſten Beichttage bittet, ſagte Hanna,das thut ſie immer und jedes Mal; aber auch an jedem andern Tage kann man ſie bitten, und ſie kann die Bitte gewähren, weil ihre Macht außer ordentlich iſt.

Aber das iſt ja kaum denklich, erwiederte Hanns,werl ſonſt alle Leute daher kämen, und um die verwirrteſten und verkehrteſten Dinge bäten.

Wenn ſie um verwirrte und verkehrte Dinge bitten, ſagte Hanna, ſo läßt ſie dieſe nicht in Erfüllung gehen; aber bitten muß man ſie im⸗ mer, weil man nicht wiſſen kann, welches Ding verwirrt oder verkehrt iſt, und weil ſie allein die Entſcheidung hat, was in Erfüllung gehen ſolle und was nicht.

Hanns antwortete nun nichts mehr darauf.

Die Liebe, die Zuneigung und die Anhänglichkeit wuchs immer mehr und mehr. Hanns that Alles, was ihm ſein Herz einflößte. Er ehrte die Zeiten, wie es in jener Gegend gebräuchlich iſt. Er ſetzte Hanna den ſchönſten Maibaum vor die Thüre, er wand das ſchönſte Tuch um ihr Haupt und band die ſchönſte Schürze um ihren Leib, er trug den größten Palmbaum am Palmſonntage für ſie in die K Kirche, er ſteckte ſo⸗ gar eine goldene Nadel in ihr Haar, er brachte ihr den ſchönſten Strauß von Walddingen aus ſeinem Schlage nach Hauſe, er führte ſie an Sonn⸗ tagen in die Kirche, und ging mit ihr, wenn ſchönes Wetter war, in den Feldern und Wieſen ſpazieren. Sogar zu Zeiten, wo es nicht ſchicklich war, daß er ſich bei Hanna im Häuschen befand, ſahen ihn die Leute unter den Föhrenſtämmen und Steinen in großen Kreiſen um das Häus⸗ chen herum gehen.