Teil eines Werkes 
3. Band (1855)
Entstehung
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iſt: dann ſteht die einſame verlaſſene Bevölkerung von Strünken dahin, und es ſchaut der blaue Himmel und ſchauen die Wolken auf das offene Erdreich herein, das ſie ſo viele Jahre nicht zu ſehen bekommen haben. Das erſte, was nach langen Zeiten herbei kömmt, um die umgewandelte Stätte zu beſetzen, iſt die kleine Erdbeere mit den kurzen zurück geſchobe⸗ nen Blättern. Sie ſproßt zuerſt auf der ſchwarzen Erde einzeln hervor, ſiedelt ſich dann um Steine und liegen gebliebene Blöcke an, überranket fleißig den Boden, bis nichts mehr zu ſehen iſt, und erfreut ſich ſo ſehr der Verlaſſenheit und der Hitze um die alten ſich abſchälenden Stöcke her⸗ um, daß es oft nicht anders iſt, als wäre über ganze Flecke ein brennen⸗ des ſcharlachrothes Tuch ausgebreitet worden. Wenn es ſo iſt, dann ſammelt ſich allgemach unter ihren Blättern die Näſſe, und es erſcheint auch ſchon die größere langſtielige Erdbeere mit den geſtreckten Blättern und den ſchlanken Früchten. Es beeilt ſich die Himbeere, die Einbeere kömmt, manche ſeltſame fremdäugige Blume, Gräſer, Geſtrippe und breite Blätter von Kräutern; dann die Eidechſe, die Käfer, Falter und ſummende Fliegen; mancher Schaft ſchießt empor mit den jungen feucht⸗ grünen Blättern; es wird ein neuer, rauher hochruthiger Anflug, der unter ſich einen naſſen ſumpfigen Boden hat, und endlich nach Jahren iſt wieder die Pracht des Waldes.

Dies iſt der zweite Theil des Lebens eines Holzſchlages.

Wenn es nicht ſo ſchön iſt, wenn kein Wald mehr entſtehen ſoll, dann werden die Waldgäſte mit Abſicht hintan gehalten, es wird gereutet, und lieber ſtatt all' des Anfluges der Geſelle des Menſchen, das Wieſen⸗ gras, heran gelockt, daß Mäheplätze entſtehen oder Weideplätze für das Vieh werden, wie man es mit dem Hausberge hinter Pernek gethan hat, der auch einmal eine ſchöne Wildniß war, und es jetzt nicht mehr iſt.

Wenn der Holzhauer auch ſchon die Stätte ſeines Wirkens verlaſſen hat, ſo liebt er ſie doch noch immer, und wenn er nach langen Jahren durch den neuen Anwuchs geht, durch die Himbeergeſträuche, durch die Gezweige, die Art auf der Schulter oder die breite Säge über den Rücken gebunden, ſo wandelt er in ſeinem Reiche, er gedenkt der Tage, wo er hier gewirkt hat, und wenn er auch nun in andern friſchen Wäldern be⸗ ſchäftigt iſt, ſo gehört doch auch ein Theil ſeines Herzens der Stelle, auf der einſt ſeine Hütte geſtanden war.

Der lange Hanns arbeitete in dem Schlage des Thußwaldes. Der