Teil eines Werkes 
3. Band (1855)
Entstehung
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auf die Erde geworfen, und manches in die Rock⸗ oder Brieftaſche gelegt. Endlich, da auch alle Tiſchfächer leer waren und auf ihren Boden nichts zeigten, als den traurigen Staub, der die langen Jahre her hinein gerie⸗ ſelt war, und die Spalten, die ſich unterdeſſen in dem Holze gebildet hat⸗ ten, band er auch die hingelegten Schriften in Bündel, und legte ſie in den Koffer. Nun ging er an die Kleider und an das Kofferpacken. Man⸗ ches Gedenkſtück früherer Tage, als ein kleines ſilbernes Handleuchterchen, ein Futteral mit einer Goldkette, ein Fernrohr, zwei kleine Piſtolen und endlich ſeine geliebte Flöte wurden unter die weiche, ſchonende Wäſche untergebracht. Als alles beendet war, wurde der Deckel geſchloſſen, das Riemzeug verſchnallt, das Schloß geſperrt, und oben eine Aufſchrift auf⸗ geklebt. Der Koffer und die Kiſte mußten fort geſendet werden, das Ränzchen aber, welches noch auf dem Stuhle lag, ſollte die Dinge ent⸗ halten, welche er auf ſeine Fußwanderung mitnehmen würde. Er packte es ſchnell voll und ſchnallte es dann mit ſeinem Riemzeug zuſammen.

Als er nun mit allem fertig war ſchaute er noch einmal in dem Zim⸗ mer und an den Wänden herum, ob nichts liege oder hänge, was noch eingepackt werden müſſe: aber es war nichts mehr da, und die Stube blickte ihn verwüſtet an. Unter dem Gewirre der fremden Dinge und der ebenfalls gleichſam fremdgewordenen Geräthe ſtand das einzige Bett noch, wie bisher; aber auch auf ihm lag verunreinigender Staub, oder lagen Stücke zerriſſenen Papieres. So ſtand er eine Weile. Der Spitz, der bisher dem Treiben mit Verdacht ſchöpfenden Augen zugeſchaut hatte und keinen einzigen Handgriff außer Acht laſſend bald rechts bald links aus⸗ gewichen war, je nachdem er den Jüngling hinderte, ſtand nun auch ruhig vor ihm, und blickte empor, gleichſam fragend:Was nun?

Victor aber wiſchte ſich mit der flachen Hand und mit dem Tuche den Schweiß von der Stirne, nahm eine Bürſte, die da lag, fegte damit den Staub von ſeinen Kleidern und ſtieg dann die Treppe hinab.

Es war indeſſen viele Zeit vergangen, und die Dinge hatten ſich unten geändert. In der Stube war Niemand. Die Morgenſonne, welche ſo freundlich hereingeſchienen und die Fenſtervorhänge ſo ſchimmerweiß gemacht hatte, als er heute früh aus der Stadt gekommen war, iſt nun eine Mittagsſonne geworden, und ſtand gerade über dem Dache, ihr blen⸗ dend Licht und ihren warmen Strom auf das graue Holz desſelben nieder ſenkend. Die Obſtbäume ſtanden ruhig, ihre am Morgen ſo naſſen und Stifter. 4. Aufl. III. 2